Die Oberfläche des Inle-Sees war so glatt, dass sich die Berge darin spiegelten. Im Heck eines Fischerboots stand ein Mann auf einem Bein und hielt Ausschau nach seinen Reusen. Mit dem anderen Bein bediente er geschickt ein Paddel, um das Boot anzutreiben. Sein Anblick erinnerte Giovanna an einen Reiher bei der Jagd.
Sie waren im Morgengrauen aufgestanden, um mit einem gemieteten Boot den See zu erkunden, eine romantische, amphibische Szenerie, ihr als geborener Venezianerin vertraut und fremd zugleich. Sie hatten auf Stelzen in den See gebaute Dörfer besucht und schwimmende Felder mit Gurken und Tomaten gesehen, die auf der Bugwelle ihres Bootes tanzten, wenn sie vorüberfuhren.
links
rechts
© 2009 Jan Winter, Impressum und rechtliche Hinweise